Informationen für Angehörige


HANDELN STATT WEGSCHAUEN!

 

Der Umgang mit drogenkonsumierenden /abhängigen Jugendlichen in der Familie:

 

 

Wenden sich Eltern an uns, die in Sorge sind, weil sie ihre Kinder verändert erleben, ein Verdacht auf SM-Konsum / Missbrauch besteht oder bereits konkrete Hinweise darauf vorliegen, zielt unsere Arbeit darauf ab:

  • Klarheit über die Situation zu schaffen
  • elterliches Urteilsvermögen und elterliche Handlungsfähigkeit zu stärken

 

Zeigt es sich, dass die Sorgen begründet sind, raten wir dazu, mehr Zeit für die Auseinandersetzung mit der Situation aufzuwenden, umso mehr je jünger das Kind.

Zusätzlich zu den oben angeführten Inhalten geht es darum:

  • eine klare und einheitliche Elternposition zu erarbeiten;
  • die Regeln für das Zusammenleben in der Familie zu reflektieren und gegebenenfalls abzuändern,
  • Umfang sowie Relation von Selbstbestimmung und Verantwortung bei den Kindern zu klären und bei Bedarf alters- und situationsgemäße Anpassungen vorzunehmen.
  • die Kommunikation in der Familie zu verbessern

 

 

Im Mittelpunkt der Beratung von Eltern, deren Kinder von Suchtmitteln abhängig sind, steht

  • die Unterscheidung von Hilfen, die eine Veränderung anregen von jenen, die den Staus quo aufrecht halten (Etwa dem Kind mit Geld weiter helfen, ihm alle Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen.).

 

Eltern übernehmen oftmals stellvertretend die Verantwortung für ihre Kinder. In der gemeinsamen Arbeit versuchen wir, sie zu stärken, ihrem Kind die Konsequenzen seines Handels tragen zu lassen. (Dazu gehört auch, vom Kind zu fordern, dass es sich in Behandlung begibt.)
Dies erzeugt oft erst jenen spürbaren Leidens- und Veränderungsdruck, der die Jugendlichen / Jungerwachsenen für eine Behandlung einsichtig und zugänglich macht.

 

 

  • Schuldzuweisungen sind ein weiteres Thema

Sie sind im Regelfall für alle Beteiligten sinnlos und aufreibend. Zielführender ist es, die Probleme offen anzusprechen, aktiv nach Lösungen zu suchen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.
Dabei ist es wichtig, die Schwierigkeiten der Eltern und die der drogenabhängigen Kinder nicht zu vermischen

 

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  • Und nicht zuletzt geht es um Grenzziehungen:

Eltern sind gefordert, Grenzen festzulegen, damit sie ihr eigenes Leben weiterleben und die Belastungen der Familie durch ein Suchtmittel abhängiges Kind verringern können.
Den Weg aus der Abhängigkeit muss der Jugendliche selbst beschreiten.

 

 

Allen Eltern empfehlen wir:

  • Versuchen Sie, mit Ihrem Kind ohne Vorwürfe im Gespräch zu bleiben.
  • Helfen Sie indirekt, indem Sie eine alternative suchtfreie Lebensform vorleben.
  • Nehmen Sie gegenüber Ihrem Kind eine liebevolle, aber konsequente Haltung ein.
  • Achten Sie auf Ihre Gesundheit, Ihr eigenes Wohlergehen. Je besser Sie sich fühlen, umso wirksamer sind Sie im Umgang mit Ihrem Kind!