Substitutionsmittel

Das Ziel ist eine ausreichende Dosierung und Wirkdauer, sodass keine Entzugserscheinungen, aber auch  eine Benommenheit auftreten.

Jedes Substitutionsmittel hat unterschiedliche Vor- und Nachteile, die im Besonderen von Ihrer persönlichen, körperlichen und psychischen Verfassung abhängig sind. Gerade zu Beginn der Substitution kann die schrittweise Dosisfindung und die Gewöhnung an eine möglicherweise zuvor noch nie  eingenommene Substanz Nebenwirkungen verursachen.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Dosierung zu niedrig oder zu hoch ist, sprechen Sie mit Ihrer behandelnden Ärztin!

 

Einnahmeform und Wirkung der Substitutionsmittel

 

Die Einnahmeform muss bei jedem Substitutionsmittel oral (über den Mund) erfolgen, wobei die gesamte Tagesdosis auf einmal eingenommen wird. Für Subutex, Bupensan und Suboxone ist eine besondere Einnahmeform vorgesehen (siehe unten), da die Wirkstoffaufnahme anders erfolgt als bei Methadon oder Substitol.

 

Opioide (Heroin, Substitutionsmedikamente) haben folgende Wirkungen gemeinsam:

• Euphorie/Beruhigung

• Schmerzunterdrückung –Vorsicht: bei medizinischen Eingriffen Bescheid über Substitution geben!

 

Nebenwirkungen:

• Verengung der Pupillen

• Reduktion der Atemfrequenz > Gefahr der Atemlähmung bei Überdosierungen!

• Übelkeit (häufig zu Beginn)

• Lähmung der Darmmuskulatur

 

Methadon

Methadon ist ein künstlich hergestelltes Opioid, das als Trink-Lösung mit Sirup in der Apotheke angemischt wird. Die Aufnahme des Wirkstoffs erfolgt über den Magen, der Abbau über die Leber.

Durch Methadon bekommt man bei oraler Einnahme keinen „Kick“ bzw. „Flash“ wie bei Heroin. Die Wirkung stellt sich langsamer ein, hält dafür aber viel länger an. Da die größtmögliche Wirkung bei Methadon erst relativ spät nach der Einnahme eintritt, besteht die Gefahr einer Überdosierung bei zu hoher Dosis oder durch Beikonsum = zusätzlich konsumierte Opiate, Alkohol, Benzodiazepine oder anderen psychotropen Substanzen.

Im Harntest ist Methadon von Morphin/Heroin unterscheidbar (d.h. Sie können mit dem Harntests zeigen, dass Sie keinen Beikonsum haben).

 

Levomethadon (L-Polamidon)

Bei einer Substitution mit L-Polamidon erreicht man im Vergleich zum Methadon mit der halben Dosis (z.B. 50mg Methadon = 25mg Levomethadon) die gleiche Wirkung. Die Aufnahme des Wirkstoffs, die Dauer der Wirkung sowie der Nachweis im Harntest von Levomethadon sind gleich wie bei Methadon.

 

Buprenorphin (Subutex®/ Bupensan®/Suboxone®)

Der Wirkstoff von Subutex/Suboxone (2,8 mg) und Bupensan (2, 4, 8 mg) heißt Buprenorphin.

Suboxone hat die gleiche Wirkweise wie Subutex, ist aber eine Mischform aus Buprenorphin und Naloxon, weshalb bei missbräuchlicher nasaler oder intravenöser Anwendung Entzugserscheinungen sowie vorübergehende Beschwerden wie Krämpfe oder Schmerzen auftreten können. Suboxone darf in der Schwangerschaft nicht verwendet werden. Beide Substitutionsmittel hemmen die Wirkung von anderen Opiaten im Gehirn und können deshalb bei Mischkonsum mit Opiaten Entzugserscheinungen verursachen.

Suboxone ist genauso wirksam wie Subutex. Zergeht Suboxone ordnungsgemäß unter der Zunge, wirkt es 24 Stunden oder länger.

Buprenorphin verursacht einen relativ klaren Zustand im Kopf, dadurch haben Sie die Möglichkeit Ihr Leben bewusst neu zu gestalten. Möglicherweise empfinden Sie Gedanken und Gefühle, die zuvor durch andere Substanzen gedämpft wurden, zunächst stärker. Lassen Sie sich von einer Beratungsstelle im Umgang mit dieser Veränderung unterstützen und sprechen Sie auch mit Ihrer behandelnden Ärztin.

Im Harntest ist Buprenorphin von Opiaten unterscheidbar (d.h. Sie können mit dem Harntest zeigen, dass Sie keinen Beikonsum haben).

 

Retardiertes Morphin (Substitol®)

Substitol Kapseln enthalten (120/200mg) Morphinsulfat-pentahydrat.

„Retard“ bezeichnet eine Arzneiform, bei der der Wirkstoff Morphin verlangsamt freigesetzt wird, damit Sie 24 Stunden mit der Wirkung auskommen. Das ist nur der Fall, wenn das Substitutionsmittel oral und unverändert eingenommen wird. Im Harntest ist Substitol nicht von anderen Opiaten unterscheidbar. Es ist aber dennoch möglich, bei Erfüllung der Auflagen den Führerschein zu behalten bzw. zu bekommen.

 

Benzodiazepine

Es gibt für Benzodiazepinabhängigkeit keine Substitution in Österreich. Wenn der substituierende Arzt es als notwendig erachtet, kann er ein Benzodiazepin auf dem Suchtgiftdauerrezept mitverschreiben.

Auch hier gilt: Ein ehrlicher Umgang mit dem Konsum ist für den Behandlungsverlauf von großer Bedeutung.

Die Einnahme von Benzodiazepinen beeinflusst die Fahrtauglichkeit und kann Auswirkungen auf Ihre Fahrerlaubnis haben.

 

Beikonsum

Wenn Sie zu dem Substitutionsmittel noch andere Drogen wie Benzodiazepine, Alkohol, Kokain, etc. konsumieren, steigt die Gefahr einer lebensbedrohlichen Atemlähmung oder eines Herz-Kreislaufstillstandes.

Sprechen Sie in jedem Fall mit der behandelnden Ärztin darüber, weil Beikonsum ein Anzeichen dafür sein kann, dass die Dosis oder das Medikament verändert werden muss.